BandmitgliederOn Stage

Scotty Moore

Winfield Scott „Scotty“ Moore III wurde am 27. Dezember 1931 in der Nähe von Gadsden, Tennessee als Sohn von Mattie und Winfield Scott Moore als das jüngste von 4 Kindern geboren. Er verstarb am 28. Juni 2016 in Nashville. Moore wurde vor allem als Gitarrist und erster Manager von Elvis Presley bekannt.

Leben

Scotty Moore wurde auf einer abgelegenen Farm zwischen den Orten Gadsden und Humboldt in Tennessee als das jüngste von vier Kindern geboren und erlernte bereits im Alter von acht Jahren das Gitarrenspielen. Hiebei wurde er früh von der Jazz und Country Musik beinflußt; Sein größtes Vorbild war Countrygitarrist Chet Atkins. Nach seiner Rückkehr vom Militärdienst im Jahr 1952 gründete er mit dem Bassisten Bill Black die Countryband The Starlite Wranglers, die beim legendären Plattenlabel Sun Records unter der Führung von Sam Phillips erste Aufnahmen machte.

Scotty Moore und Elvis Presley

Im Sommer 1954 wurde Moore von Marion Keisker, einer Sekretärin von Sam Phillips, der junge Sänger Elvis Presley vorgestellt. Im Juli 1954 machten Moore und Black die ersten Plattenaufnahmen mit Presley, bei denen unter anderem das Lied „That’s All Right“ aufgenommen wurde; ein Stück des schwarzen Sängers Arthur „Big Boy“ Crudup. Elvis Presley, Bill Black und Scotty Moore gründeten daraufhin die Band „Blue Moon Boys“. Als Elvis am 16. Oktober 1954 erstmals in der Louisiana Hayride in Shreveport auftrat, lernte die jungen Musiker Schlagzeuger D. J. Fontana kennen, der sich der Gruppe zukünftig anschloß. Moore übernahm, auf die Bitte von Sam Phillips hin, vorübergehend das Management von Elvis, und die Gruppe tourte durch den Süden der USA. Mit zunehmendem Erfolg trat der Bandname zugunsten des Namens Elvis Presley in den Hintergrund.

Die Original Besetzung der Blue Moon Boys 1954. Scotty Moore, Elvis Presley und Bill Black
Die Original Besetzung der Blue Moon Boys 1954. Scotty Moore, Elvis Presley und Bill Black

In den Folgejahren wirkte Scotty Moore bei vielen Plattenaufnahmen von Elvis Presley mit. Sein Gitarrenspiel ist unter anderem auf den Tonträgern Good Rockin’ Tonight, Baby Let’s Play House, Heartbreak Hotel, Mystery Train, Hound Dog, Too Much und Jailhouse Rock zu hören. Weiter war Scotty in vielen Fernsehshows und Kinofilmen neben Elvis zu sehen. Der letzte Auftritt mit dem King Of Rock ’n‘ Roll  fand 1968 in der Fernsehshow Elvis NBC TV-Special (68 Comeback Special) bei NBC statt.

Nach Elvis

In den 1970er- und 1980er-Jahren arbeitete Moore als Gitarrist und Produzent für verschiedene Künstler. So produzierte er 1970 Ringo Starrs Soloalbum Beaucoups of Blues, spielte 1975 mit Carl Perkins auf dessen Platte EP Express und produzierte bis zum Ende der 1980er-Jahre Musik für Fernsehshows von und mit Künstlern wie Dolly Parton, Bob Hope, Perry Como, Johnny Cash und Jerry Lee Lewis.

1992 kehrte Moore als aktiver Musiker zu Sun Records zurück und gab von da an Konzerte, bei denen oft namhafte Künstler kleine Gastauftritte hatten. So wurde er unter anderem von Eric Clapton, Keith Richards und Lee Rocker (Stray Cats) begleitet. Weiter war er auf zahlreichen Tributekonzerten zu Ehren Elvis Presleys aktiv. Im Jahr 2000 wurde Moore in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen und 2003 vom US-amerikanischen Musikmagazin Rolling Stone in der Liste der 100 einflussreichsten Gitarristen auf Platz 44 gewählt.

Moore starb am 28. Juni 2016 im Alter von 84 Jahren in Nashville. Er war dreimal geschieden und hinterlässt einen Sohn und vier Töchter.

Musik

Ähnlich wie Presleys Gesang eine Brücke zwischen dem „weißen“ Country und dem „schwarzen“ Blues schlug, entwickelte Moore einen Gitarrenstil, der den klaren Ton der Country-Gitarre mit den gefühlvollen Melodien des Blues und Jazz verband. Dieser Ton, mittels E-Gitarre elektrisch verstärkt und durch Presleys Platten weltweit verbreitet, war stilprägend für die Rock ’n‘ Roll-Musik. Neben der traditionellen Begleitfunktion der Gitarre spielte Moore schon auf frühen Aufnahmen Melodien und markante Rhythmen, die später von vielen Gitarristen in ihren Werken aufgegriffen und weiterentwickelt wurden. Noch heute nennen viele namhafte Gitarristen wie Keith Richards und Eric Clapton Moore als Vorbild. Moore war ein Fingerpicker, das heißt, er spielte die Gitarre mit einem Daumenpick, das er auch gerne wie ein Plektrum einsetzte, wenn er Single Notes oder Terzen spielte. Einige andere Gitarristen, die Moore beeinflussten, waren Merle Travis, der wiederum auch Chet Atkins beeinflusste, und der Jazzgitarrist Barney Kessel, der auf vier Alben (Soundtracks aus den 1960er-Jahren) von Elvis Presley die Gitarre spielte.

Als Manager, Gitarrist und Freund brachte Moore Presley verschiedene Gitarrentechniken bei. Presley, der zunächst einen relativ einfachen, rauen Gitarrenstil hatte, entwickelte sich nach Angaben von Mitmusikern unter dem Einfluss von Moore zu einem passablen Rhythmusgitarristen. Weiter ist bekannt, dass Moore und Presley die Instrumente oft untereinander tauschten, so dass besonders in der Frühphase viele Instrumente, die Presley auf der Bühne spielte, aus dem Besitz von Moore stammten.

Equipment

Scotty Moore blieb während seines Lebens Vollresonanz-E-Gitarren (Archtops) der Marke Gibson treu. Während er die frühesten Elvis-Presley-Hits auf dem Modell Gibson ES-295 einspielte, wechselte er 1955 zum Modell Gibson L-5 und zwei weitere Jahre später zur Gibson Super 400. Als Gitarrenverstärker benutzte er am Anfang das Modell Fender-„Tweed“-Champ. Dieser wurde jedoch bald durch einen EchoSonic ersetzt. Dieser Verstärker hat ein eingebautes Band-Echo und sorgt so für den auf Rock-’n’-Roll-Aufnahmen gefragten „Slapback“-Klang. An Akustikgitarren besaß Moore die Gibson J-200 Jumbo-Acoustic, die jedoch meistens von Presley gespielt wurde.

Ende der 1980er-Jahre schenkte ihm Chet Atkins sein Gibson-Signature-Modell, das Moore von da an hauptsächlich spielte. Für sein Comeback hatte er seinen alten EchoSonic wiederbelebt, daneben nutzte er einen Fender Dual Professional.

Auftritte in Elvis Filmen

Auftritte in TV-Shows und Konzerten mit Elvis

Auszeichnungen

Scotty Moore und D.J. Fontana (ehemaliger Schlagzeuger von Elvis) erhielten im Jahr 1998 den Nashville Music Award für das beste „Independent Album Of The Year“ für den Song „Going Back To Memphis“ aus Ihrem Album „Alle The Kings Men“.

D.J. und Scotty waren, ebenfalls für Ihr Album „Alle The Kings Men“, für den Grammy 1998 nominiert.

Links

Tags
Mehr anzeigen

Stephan Wäsche

Elvis Fan seit über 28 Jahren. Passionierter Web- und Grafikdesigner sowie Betreiber und Autor von www.elvis-presley-the-king.de.

Auch interessant?

Schreibe einen Kommentar

Close
Besuche Graceland und erlebe eine unvergessliche Tour durch das Anwesen von Elvis Presley.
Folge Elvis ins legendäre
Sun Studio, wo seine Karriere 1954 begann.
Elvis in
Jailhouse Rock
Erfahre alles zu Elvis 3. Film aus dem Jahr 1957.
Vote for Elvis Birthplace
Du brauchst coole Elvis Grafiken für dein Projekt?
Dann besuche unseren Downloadbereich
Neue Downloads!
01.08.2018 - Neue Bilder im Downloadbereich...
Zum Downloadbereich