Elvis Presley und Karate

Vielen ist nicht bekannt, dass Elvis Presley ein leidenschaftlicher Karate-Sportler war und sogar den 8. Schwarzgurt in Kenpo-Karate inne hatte. Erst der Tod des Sängers am 16. August 1977 läutete das Ende dieser Leidenschaft ein.

Elvis und Meister Kang Rhee im Studio in Memphis 1974
Elvis und Meister Kang Rhee im Studio in Memphis 1974

Vielen ist nicht bekannt, dass Elvis Presley ein leidenschaftlicher Karate-Sportler war und sogar den 8. Schwarzgurt in Kenpo-Karate inne hatte. Erst der Tod des Sängers am 16. August 1977 läutete das Ende dieser Leidenschaft ein.

Elvis Presley TCB Kenpo Karate

Erster Kontakt zu Karate

Elvis Interesse an dieser Kampfsportart wurde erstmals geweckt, als er 1958, während seines Wehrdienstes, in Fort Hood, Texas eine Demonstration von Judo und Jiu-Jitsu beobachtete. Während seiner Stationierung in Deutschland, begann der Rockstar mit dem Lesen verschiedener Kampfsportlektüren.

Presley fragte seinen Freund Lamar Fike, ob er einen Kampfsportlehrer kennen würde. Dieser verwies ihn an den Begründer des Karate in Deutschland, Jürgen Seydel. Mit Shotokan Seydel begann Elvis Presley 1958 sein Training im hessischen Bad Nauheim.

Ein kurzer Aufenthalt in Paris ermöglicht Elvis das Training mit Tetsugi Murakami, einem der ersten Karatelehrer im Nachkriegseuropa. 1960 verbrachte Elvis erneut einige Tage in Paris und trainiert wie besessen mehrere Stunden mit Murakami. Es folgen weitere zahllose Trainingseinheiten mit Rex Mansfield, einem anderen US-Soldaten, der mit ihm in Deutschland stationiert war.

Am 21. Juli 1960 erhält Elvis seinen ersten Dan in Memphis, Tennessee. Im Shito Ryu nimmt Hank Slemansky die Schwarzgurtprüfung ab. Slemansky unterrichtete auch Dan Inosanto, der später zu einem der Lieblingsschüler von Bruce Lee avanciert. Presley wurde in dieser Zeit oft dabei beobachtet, wie er seine Hände und Gelenk abhärtete und gegen jeden harten Gegenstand schlug, den er finden konnte.

Kontakt zu Ed Parker

Ed Parker war zweifellos der Karate-Trainer, der den größten Einfluss auf Elvis hatte. Beide trafen sich erstmals 1960 im Beverly Wilshire Hotel in Beverly Hills. Presley sah eine Karate-Demonstration Parkers in der Hotellobby und brannte darauf, Ed kennen zu lernen. Laut Parker hatte Elvis, zu dieser Zeit, einen steifen Kampfstil. Der King Of Rock ‚n‘ Roll trainiert einige Zeit mit seinem neuen Lehrer und war begeistert von der Flexibilität des Kenpo-Karate. Ed Parker und Elvis trainiert bis zum Tod das Sängers im Jahr 1977.

Master Kang Rhee

Da Ed Parker in Kalifornien lebte suchte man einen Lehrer in Elvis Heimatstadt Memphis, Tennessee. Parker empfahl Karate-Meister Kang Rhee, der über einen sehr gute Ruf verfügte. Elvis trainierte von 1970 bis 1974 intensiv unter seinem neuen Kampfsportlehrer.

Während seiner vierjährigen Ausbildung wählte Elvis, wie alle anderen Schüler Rhees auch, einen Tiernamen, mit dem er im Trainingsbereich angesprochen werden sollte. Der Rockstar entschied sich für den Namen “Tiger”.

Elvis trainierte mit den anderen Schülern im Rahmen normaler Übungsstunden ohne Pressebeteiligung oder der üblichen Fan-Scharen, die dem Rockstar folgten. 1973 wurde Presley der 7 Dan verliehen. Kang Rhee erlaubte Elvis fortan selbst Karate-Unterricht zu erteilen und ernannte ihn zum offiziellen Trainer in seiner eigenen Pasaryu Karate Association.

Elvis galt als harter und unerbittlicher Trainer und viele Schüler hatte Angst, wenn er anwesend war. Eine Schülerin fiel, während einer Trainingseinheit, so hart gegen Elvis Schienbeine, dass sie unter enormen Schmerzen zusammenbrach. Als ihm ein 9-jähriger Junge über die Angst der Schüler berichtete nahm Elvis den Jungen beiseite, beruhigte ihn und schenkte ihm seine Armbanduhr.

1975 erhielt Presley den 8. Dan. Viele Kritiker meinten, er habe diesen Grad nur wegen seiner Popularität erhalten. Master Rhee entgegnete jedoch, Elvis habe sich um den Karate-Sport verdient gemacht und diesen Schwarzgurt verdient.

Bill “Superfoot” Wallace

Elvis lernte den Mittelgewichtsweltmeister Bill Wallace über seinen Freund und Leibwächter Red West kennen. Beide Männer verband eine langjährige Freundschaft. So war es Presley 1974 möglich, mit Wallace im Studio von Kang Rhee für 3 Wochen zu trainieren. Bill galt als schnellster Fußtechniker der Welt.

Rettung von Wallace

Als Bill Wallace 1973, bei den Weltmeisterschaften im Vollkontakt, einen Tritt gegen das Knie bekommt, steht seine Karriere vor dem Aus. Die Verletzung war so schwer, dass weitere Wettkämpfe unmöglich waren da Wallace nur mit dem verletzten linken Bein kicken konnte. Alle ärztlichen Behandlungen schlugen fehl.

Als Elvis Presley von diesem Schicksal erfuhr, lud er Wallace nach Graceland ein und lies einen Akkupunktur-Spezialisten aus Los Angeles einfliegen. Bill erinnerte sich später: “Er steckte 18 Nadeln in mein linkes Bein. Die Nadeln steckten vom Knöchel bis zur Hüfte drin. Ich schwöre auf einem Stapel von Bibeln, man hätte mir 15 Minuten später gegen das Bein treten können, und es hätte kein bisschen weh getan.” Die Heilung hielt bis zum offiziellen Karriereende 1980 an.

Karate in Filmen und Konzerten

Elvis Presley Leidenschaft zu Karate wurde auch in seinen Filmen und während seiner Konzerte deutlich. Kaum ein Film des Sängers kam ohne Kampfszenen aus in denen Elvis sein Talent unter Beweis stellen konnte. Selbst während Drehpausen wurde fleißig an den Techniken gefeilt und hart trainiert.

Auf der Bühne verwendete Elvis seine Karatetechniken erstmals beim NBC TV-Special 1968. Im “Big Boss Man” Segment wichen die Tänzer den martialischen Karatekicks Presleys mit weichen und rhythmischen Tanzbewegungen aus. Noch heute verbinden viele Karatesportler diese Kombination aus Kampf und Tanz für Live- und Fernsehshows.

Als Elvis Presley ab 1969 wieder regelmäßig vor Live-Publikum stand, wurde auch hier die Liebe zu Karate deutlich. Er begann, Techniken aus dieser Kampfsportart, in seine Bewegungen einfließen zu lassen und die Zuschauer so zu begeistern.

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Zuletzt aktualisiert: 02.06.2021 | Geschrieben von: Stephan Wäsche

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2 Kommentare

  1. Er war der Größte Rock on Roll Sänger.Er hatte auch das Aussehen und seine Musik war immer auf der Kirmesraupe zu höhren auch.Er war ist bleibt ein
    Idol und eine legende.Er war ein begeisteter Kampfsportler,so wie ich auch.Damit hatte er eine Art sich auszudrücken und seine Fitness und Stress ab-zu bauen Mfg.Rudi Helfbernd 64 2.Kyu Karate

    Rudi Helfbernd
    am 10.10.2021 - 20:54
  2. He still lives in our heart, he is one of the few idols in popular music who are still worthwhile to be remembered. May he Rest In Peace, together with his beloved Mum.
    We still miss him. With Love from
    Barbara

    Barbara
    am 16.08.2021 - 00:56

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